Summer vacation - Philadelphia, Pennsylvania

Hi!

Heute ist Sonntag, der 25. Juni 2017 und es ist 20:51 in der Nähe von Charlottesville, Virginia – oder genauer gesagt: Mitten im Nirgendwo. Denn heute ist der zweite Tag meines zweiwöchigen Urlaubs und ich befinde mich gerade im Zug nach Atlanta, Georgia. Zusammen mit Chiara reise ich insgesamt 13 Tage entlang der Ostküste, wobei unser erster Stop Philadelphia, Pennsylvania war.

Seit Wochen, wenn nicht sogar schon Monaten, fieberte ich auf den 24. Juni hin, denn endlich sollte mein Urlaub losgehen. Ich muss zugeben, dass sich in den letzten Wochen ein Alltagstrott in meinem Leben eingenistet hat. Jeder Tag war irgendwie wie der davor, ich klapperte meine Routine ab und fiel abends erschöpft ins Bett. Ich war viel müder als sonst, lustlos, brauchte einen Tapetenwechsel. Die Vorfreude war dementsprechend riesig. Da meine Gastfamilie in den kommenden zwei Wochen selbst im Urlaub ist, war die vergangene Woche super stressig. Viele Dinge mussten noch organisiert werden und außerdem war es die letzte Schulwoche der Kinder – und somit auch die letzte Grundschulwoche von Sam, welcher am Mittwoch seine 5th Grade Graduation feierte (hier in den Staaten geht die Grundschule bis zur fünften, manchmal sogar bis zur sechsten Klasse). Überraschender Weise durfte ich sogar mit zur Ceremony, denn eigentlich dürfen pro Kind nur fünf Begleitpersonen kommen und die Familie, also Eltern, Großeltern und Geschwister, haben da natürlich Vorrang. Doch kurzfristig wurde ein Platz für mich frei und ich war unfassbar glücklich, als meine Gastfamilie mich fragte, ob ich mitkommen möchte. Das ganze Schuljahr habe ich mit den Kindern zusammen verbracht und dann bei Sams Graduation dabei sein zu dürfen war einfach ein wundervoller Abschluss für mich. So wundervoll, dass ich sogar ziemlich emotional wurde und auch eins, zwei Tränchen flossen. 
Sobald das vorbei war, waren meine Gedanken aber ausschließlich beim schmerzhaften Thema PACKEN. Ich bin ganz ehrlich: Ich hatte Panik. Panik, dass ich etwas vergesse. Panik, dass etwas schiefgeht. Jedes auch nur im entferntesten mögliche Szenario schoss mir durch den Kopf, ich war kurz vor’m Durchdrehen und wollte eigentlich nur, dass es endlich losgeht und es sozusagen „kein Zurück“ mehr gibt.
Dieser lang ersehnte Zeitpunkt war am Samstag um 7:05 Uhr gekommen, als Chiara und ich den Zug betraten, welcher uns in die City bringen würde, damit wir von dort aus mit dem Bus nach Philadelphia fahren konnten. Mit über 1,5 Millionen Einwohnern ist Philly auf Platz 6 der meistbesiedelten Städte der USA und die größte Stadt Pennsylvanias. Da hier am 4. Juli 1776 die Unabhängigkeitserklärung sowie am 17. Juli 1787 die Verfassung beschlossen und verkündet wurde, nennt man die Stadt auch „Birthplace of America“ und sie spielt eine wichtige Rolle in der Amerikanischen Geschichte, weshalb sie bei einer East Coast Tour eigentlich als Muss gilt.
Nachdem wir unser Gepäck ins Airbnb gebracht hatten, führte uns unsere Route Richtung Downtown, vorbei an der City Hall und (nach einem erfolglosen AppleStore- aber umso erfolgreicheren Starbucks-Besuch) schließlich zum One Liberty Observation Deck, wo man auf einer Höhe von 269 Metern nicht nur eine wunderschöne Aussicht, sondern auch das ein oder andere Karten- oder Brettspiel genießen kann. 

Weiter ging es durch den Franklin Square, einen süßen Park, wo bunte Lampions und ein Springbrunnen so langsam aber sicher das Urlaubsgefühl in mir weckten.

Schließlich erreichten wir das Liberty Bell Center. Dort kann man ohne Eintritt bezahlen zu müssen eine kleine Ausstellung über die Amerikanische Geschichte und die Liberty Bell besichtigen. Hierbei handelt es sich um jene Glocke, die geläutet wurde, als die Unabhängigkeitserklärung 1776 zum ersten Mal öffentlich verlesen wurde. Als Teil der Independence Hall gehört sie zum Weltkulturerbe der UNESCO. 
Die besagte Independence Hall befindet sich gegenüber und dort wurden – wie Ihr Euch vielleicht schon denken könnt – die Unabhängigkeitserklärung (1776) und die Verfassung der Vereinigten Staaten (1787) unterschrieben. Es war total interessant mal selbst direkt davor zu stehen und ganz schwer vorstellbar, dass im Gebäude direkt vor mir so wichtige Ereignisse stattgefunden haben. Wirklich beeindruckend!
Unser Weg führte dann noch vorbei an den zwei ersten Banken Amerikas und der Carpenters’ Hall, wo sich unter Anderem der Erste Kontinentalkongress versammelte.
Nach einem leckeren Abendessen fielen wir todmüde ins Bett und erwarteten mit Spannung den zweiten Tag unseres Urlaubes.
Am nächsten Morgen erkundeten wir dann eher den Westen der Stadt. Zunächst wollten wir uns den John F. Kennedy Plaza ansehen, welcher aufgrund der Love-Skulptur auch als Love Park bekannt ist. Was wir nicht wussten: Der Park wird gerade restauriert und alles was wir vorfanden war eine riesige Baustelle. Der Benjamin Franklin Parkway, welcher mit Flaggen von Ländern rund um den Globus geschmückt ist, führte uns zum Logan Square, einem Park mit einem wunderschönen Springbrunnen in der Mitte, welcher dem ein oder anderen als Abkühlung diente, denn es war ein unglaublich heißer Sommertag. 

Es ging durch das Eakins Oval zum Washington Monument, welches – wer hätte das gedacht – zu Ehren George Washingtons aufgestellt wurde. Letztendlich erreichten wir das Philadelphia Museum of Art, dessen Treppen dem ein oder anderen vielleicht als Rocky Steps bekannt sein mögen. Denn jene 72 Stufen lief Sylvester Stallone aka Rocky zum Song „Gonna Fly Now“ hinauf. Viele Touristen imitierten dies natürlich, veranstalteten Wettrennen und immer wieder spielte irgendwer irgendwo das bekannte Lied ab. Aber auch das Gebäude des Museums verdiente meiner Meinung nach Aufmerksamkeit, denn es ist wirklich wunderschön! 
Bevor wir uns auf den Weg zum Bahnhof machten, besuchten wir noch den Reading Terminal Market, einem öffentlichen Markt, an dem man vielerlei Leckereien bestaunen und kaufen kann – es gab auch einen Laden mit ausschließlich Deutscher Ware! Leider zu absolut lächerlichen Preisen aber es war trotzdem cool, die ganzen bekannten Sachen nach so einer langen Zeit mal wieder zu sehen. In einem kleinen Supermarkt und bei Panera Bread kauften wir uns dann noch ein paar Stärkungen und schon fanden wir uns am Bahnhof von Philadelphia wieder, wo wir auf den Zug warteten, der uns innerhalb von 16 Stunden nach Atlanta, Georgia bringen sollte. Um 17 Uhr ging es los, es handelte sich also um eine Nachtfahrt. Das buchten wir absichtlich so, in der Hoffnung, wir könnten im Zug schlafen... Fehlanzeige! An Platzmangel lag es auf keinen Fall, man hat wirklich viel Beinfreiheit und die Sitze sind auch bequem, allerdings hupte der Zug wirklich ungelogen so ca. drei Mal pro Minute und es war so unfassbar kalt da drin, das könnt Ihr Euch nicht vorstellen. Ich habe wirklich so gefroren, da war an Schlaf leider nicht zu denken. Ziemlich unausgeruht kamen wir schließlich um etwa 9 Uhr morgens an unserem Airbnb in Atlanta an.

Meine Resonanz zu Philadelphia: Eine historisch sehr bedeutende Stadt mit super interessanten Sehenswürdigkeiten. Lebendige Geschichte! Dennoch fand ich die Stadt an sich sehr dreckig, die Obdachlosen waren sehr aufdringlich und durch die Straßen zu laufen war teilweise etwas unangenehm. Trotzdem möchte ich dort liebend gern noch einmal hin, vielleicht nächstes Mal mit etwas mehr Zeit, da ein Tag definitiv nicht genug war, um sich alles genau ansehen zu können!

Darüber, was ich in Atlanta und meinen weiteren Stops erlebt habe, erfahrt Ihr sehr bald etwas!

Bis dahin,
Eure Mary ♡

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